{"id":7908,"date":"2024-09-20T12:03:49","date_gmt":"2024-09-20T10:03:49","guid":{"rendered":"https:\/\/revolinks.de\/?p=7908"},"modified":"2024-09-20T12:03:49","modified_gmt":"2024-09-20T10:03:49","slug":"klimakiller-1-kapitalismus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/revolinks.de\/index.php\/2024\/09\/20\/klimakiller-1-kapitalismus\/","title":{"rendered":"Klimakiller #1: Kapitalismus"},"content":{"rendered":"<p><strong><em>\u201eFridays for Future\u201c ruft heute wieder zu Demonstrationen auf. Unter dem Motto \u201eProtest like there is a tomorrow!\u201c gehen Tausende in vielen deutschen St\u00e4dten, vor dem Kanzleramt in Berlin und auch in vielen anderen L\u00e4ndern auf die Stra\u00dfe, um die Regierungen zu einem effektiven Handeln gegen den Klimawandel aufzufordern.<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Die Proteste sind mehr als berechtigt, denn ein Rekord jagt den n\u00e4chsten: Laut EU-Klimawandeldienst <em>Copernicus<\/em> war der vergangene Mai der zw\u00f6lfte Monat in Folge mit einem globalen Temperaturrekord. Im Juli war die Antarktis sechs Grad w\u00e4rmer als im langj\u00e4hrigen Mittel. Die Weltwetterorganisation WMO prognostizierte, dass die Jahresmittelwerte in den anstehenden Jahren die 1,5-Grad-Schwelle \u00fcberschreiten.<\/p>\n<p>Die Folgen sind katastrophal, und immer offensichtlicher. So waren L\u00e4nder im Mittelmeerraum wie Griechenland oder Algerien diesen Sommer von einer Hitzewelle mit Spitzenwerten von nahezu 50 Grad Celsius betroffen. Dies heizt das Meerwasser auf und sorgt nun f\u00fcr sintflutartige Regenf\u00e4lle &#8211; erst in Mallorca, dann Marokko, und nun auch in L\u00e4ndern wie Ungarn und \u00d6sterreich.<\/p>\n<p><strong>Das Klimachaos hat System<\/strong><\/p>\n<p>Uns wird erz\u00e4hlt, der Klimawandel sein \u201emenschengemacht\u201c. Das ist eine extreme Verk\u00fcrzung. Tats\u00e4chlich ist der Klimawandel das Ergebnis einer Produktionsweise, die auf Konkurrenz und Profitstreben ausgelegt ist. Ihr Name: Kapitalismus.<\/p>\n<p>So haben die \u00d6l- und Gaskonzerne weltweit im zweiten Quartal 2024 erneut hohe Gewinne vermeldet und Dutzende Milliarden an US-Dollar an ihre Aktion\u00e4re ausgesch\u00fcttet. Eine nennenswerte Reduktion der \u00d6l- und Gasproduktion ist nicht absehbar. Staaten wie die USA, Russland, Norwegen und Brasilien vergeben aktuell hunderte neue Bohrlizenzen. Zusammen k\u00f6nnten die neuen Lizenzen zu fast zwei Milliarden Tonnen zus\u00e4tzlichen CO\u2082-Emissionen f\u00fchren.<\/p>\n<p><strong>Gr\u00fcne Marktkonzepte: Sie profitieren, wir zahlen<\/strong><\/p>\n<p>Wir haben seit drei Jahren eine Regierung, die die Energiewende pusht. Das Problem: Gr\u00fcne und SPD setzen ausschlie\u00dflich auf Marktmechanismen. Solar- und Windunternehmen machen Milliardengewinne, angeschoben durch Steuergelder. Doch auf den Boom folgt nun die Krise. Die Solarzellenproduktion in Deutschland ist tot. Auch in China ruinieren sich die Firmen gegenseitig. Trotz dieser Megaprofite bezahlen die einfachen Leute h\u00f6here Energiepreise als je zuvor.<\/p>\n<p><strong>Und andere Sektoren, wie im Verkehr, geht gar nichts voran. Die Profite der Autoindustrie sind f\u00fcr die Ampelkoalition wichtiger als der Ausbau der Bahn und des \u00f6ffentlichen Nahverkehrs.<\/strong><\/p>\n<p>Das 9-Euro-Ticket, das f\u00fcr drei Monate im Sommer 2022 zur freien Fahrt mit der Bahn in Deutschland eingef\u00fchrt wurde, hat die Ampelkoalition wieder eingestellt: Weil es so erfolgreich war, dass es der Regierung zu teuer wurde!<\/p>\n<p><strong>Zeit f\u00fcr Radikalisierung der Proteste<\/strong><\/p>\n<p>\u201eFridays for Future\u201c (FFF) treiben die Proteste gegen den Klimawandel seit Jahren voran. Das ist gut und muss von allen unterst\u00fctzt werden, denen die Zukunft des Planeten nicht egal ist. Die Frage bleibt, wie die Forderungen umgesetzt werden k\u00f6nnen. Die F\u00fchrung der FFF schreibt auf ihrer Website: \u201eVon der deutschen Regierung fordern wir die konsequente Einhaltung des Pariser Abkommens und des 1,5\u00b0C-Ziels. Die Bundesrepublik muss damit ihrer verfassungsm\u00e4\u00dfig definierter Verantwortung gegen\u00fcber zuk\u00fcnftigen Generationen gerecht werden.\u201c<\/p>\n<p><strong>Richtig ist, dass das Bundesverfassungsgericht mahnende Worte in Richtung Bundesregierung ausgesprochen hat. Die kosten aber nichts und streuen nur Sand in unsere Augen.<\/strong><\/p>\n<p>Beide, Bundesregierung und Bundesverfassungsgericht, sind voll und ganz der Wahrung der Konkurrenzf\u00e4higkeit des deutschen Kapitals im internationalen Wettbewerb verpflichtet.<\/p>\n<p><strong>Klassenkampf statt Appelle<\/strong><\/p>\n<p>Klimawandel und Marktchaos: Das sind zwei Seiten derselben Medaille. Kein Grundgesetzartikel, kein internationales Abkommen kann das Gewinnstreben im Kapitalismus stoppen. Appelle an die Herrschenden verpuffen wirkungslos.<\/p>\n<p>Deshalb k\u00f6nnen wir die Forderungen f\u00fcr mehr Klimaschutz nur durch Klassenkampf von unten durchgesetzt werden. Es sind die Besch\u00e4ftigten f\u00fcr der Nahverkehrsbetriebe, die die Macht haben, um mehr Mittel f\u00fcr den \u00f6ffentlichen Personennahverkehr zu erstreiken.<\/p>\n<p><strong>Es sind die Gewerkschaften, die die Macht haben, um klimarelevante Ver\u00e4nderungen in den Produktionsabl\u00e4ufen durchzusetzen.<\/strong><\/p>\n<p>Die Arbeitspl\u00e4tze sind der Ort, an dem wir Dinge ver\u00e4ndern k\u00f6nnen. Deshalb brauchen wir das strategische Zusammenkommen von Klimabewegung und Arbeiterbewegung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eFridays for Future\u201c ruft heute wieder zu Demonstrationen auf. Unter dem Motto \u201eProtest like there is a tomorrow!\u201c gehen Tausende in vielen deutschen St\u00e4dten, vor dem Kanzleramt in Berlin und auch in vielen anderen L\u00e4ndern auf die Stra\u00dfe, um die Regierungen zu einem effektiven Handeln gegen den Klimawandel aufzufordern. 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