{"id":8942,"date":"2026-02-10T22:20:52","date_gmt":"2026-02-10T21:20:52","guid":{"rendered":"https:\/\/revolinks.de\/?p=8942"},"modified":"2026-03-13T12:33:37","modified_gmt":"2026-03-13T11:33:37","slug":"streikende-im-oeffentlichen-dienst-an-die-arbeitgeber-ohne-uns-seid-ihr-alle-nix","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/revolinks.de\/index.php\/2026\/02\/10\/streikende-im-oeffentlichen-dienst-an-die-arbeitgeber-ohne-uns-seid-ihr-alle-nix\/","title":{"rendered":"Streikende im \u00f6ffentlichen Dienst an die Arbeitgeber: \u00bbOhne uns seid ihr alle nix!\u00ab"},"content":{"rendered":"<h2><strong>\u00bbUnendliche Milliarden in R\u00fcstung\u2026 Friedrich Merz? Ganz schlimme Type!\u00ab<\/strong><\/h2>\n<p><strong><em>Die Tarifverhandlungen im \u00f6ffentlichen Dienst der L\u00e4nder gehen diese Woche weiter. Betroffen sind \u00fcber 900.000 Besch\u00e4ftigte. Sie fordern 7 Prozent mehr, mindestens aber 300 Euro. An vielen Orten gingen Besch\u00e4ftigte in den Warnstreik, um den Druck zu erh\u00f6hen.\u00a0<\/em><\/strong><strong><em>Unsere Genossinnen <\/em><\/strong><strong>Claudia<em>, <\/em>Franzi<em>, <\/em>Lea<em>, <\/em>Cora<em> und <\/em>Anton<em> haben Streikende am Uniklinikum in M\u00fcnster und an den Universit\u00e4ten Duisburg-Essen, Bonn und Freiburg jeweils drei Fragen zum Arbeitskampf gestellt. Hier findet ihr die Antworten.<\/em><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>***<\/strong><\/p>\n<h6><strong>Interview mit Pflegekr\u00e4ften des Uniklinikums in M\u00fcnster<\/strong><\/h6>\n<p><strong><em>RevoLinks<\/em><\/strong><strong>: Wir stehen hier auf dem Streikposten vor dem Schloss in M\u00fcnster. Ich w\u00fcrde euch gerne drei Fragen stellen. Was ist eure Ansage an die Arbeitgeber? <\/strong><\/p>\n<p>Bettina: Ohne uns seid ihr alle nix!<\/p>\n<p>Christine: Eine verantwortungsbewusste Entscheidung f\u00e4llen, weil die Arbeit, die wir leisten, sehr wichtig ist.<\/p>\n<p><strong><em>RevoLinks<\/em><\/strong><strong>: Und warum d\u00fcrfen es nicht weniger als 7 Prozent werden?<\/strong><\/p>\n<p>Bettina: Weil wir es wert sind. Nach oben hin immer ganz viel Geld da ist! Alles M\u00f6gliche wird doch subventioniert.<\/p>\n<p>Christine: Schon allein, um den Inflationsausgleich zu gew\u00e4hrleisten, damit am Ende doch ein bisschen mehr \u00fcberbleibt.<\/p>\n<p><strong><em>RevoLinks<\/em><\/strong><strong>: Und was sagst Du denen wie Merz und Co., die sagen, wir k\u00f6nnen uns mehr Geld f\u00fcr euch nicht leisten? <\/strong><\/p>\n<p>Bettina: Du brauchst mir mit Merz \u00fcberhaupt nicht kommen. Ganz schlimme Type und wo Merz sein Geld gerne hin transferiert, das wissen wir alle.<\/p>\n<p>Christine: Das kann ich nicht nachvollziehen. Wir haben ganz viel Geld f\u00fcr die Waffen, f\u00fcr die R\u00fcstungsindustrie \u00fcber. Ich w\u00fcrde denen einfach empfehlen, mal im Krankenhauswesen oder in den Betrieben vorbeizukommen und selber mal eine Woche im Schichtdienst mitzuarbeiten.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>***<\/strong><\/p>\n<h6><strong>Interview mit studentischen Hilfskr\u00e4ften an der Universit\u00e4t in Bonn <\/strong><\/h6>\n<p><strong><em>RevoLinks<\/em><\/strong><strong>: Was ist deine Ansage an die Arbeitgeber? <\/strong><\/p>\n<p>Elisa: Also, ich w\u00fcrde mir von den Arbeitgebern w\u00fcnschen, dass sie uns ernst nehmen, gerade auch als studentische Hilfskr\u00e4fte unsere Arbeit wertsch\u00e4tzen und sie eben nicht nur als Hobby neben dem Studium oder als notwendigen Leidensweg zur wissenschaftlichen Karriere sehen.<\/p>\n<p>Bert*: Also, die Arbeitgeber stellen sich halt jetzt quer. Geld ist ja genug da. Wir geben Milliarden f\u00fcr Waffen und Aufr\u00fcstung auf, f\u00fcr irgendeinen Schei\u00df. Und dann tun sie wieder so, als m\u00fcssten jetzt hier alle den G\u00fcrtel enger schnallen und keiner h\u00e4tte nen h\u00f6heren Lohn verdient. Ich meine, ich bekomme 10 Cent \u00fcber Mindestlohn. Und auch die anderen Besch\u00e4ftigten hier an der Uni bekommen nicht so viel Geld. Wie soll man sich das Leben da noch leisten?<\/p>\n<p><strong><em>RevoLinks<\/em><\/strong><strong>: Warum d\u00fcrfen es nicht weniger als 7 Prozent werden? <\/strong><\/p>\n<p>Elisa: Ja, das ist f\u00fcr uns als studentische Hilfskr\u00e4fte ja gar nicht so direkt relevant, weil wir ja eh gerade mal 8 Cent \u00fcber dem Mindestlohn verdienen. Also mit 7 Prozent sind es bei uns wahrscheinlich immer noch relativ wenig. Aber es ist nat\u00fcrlich f\u00fcr die anderen Besch\u00e4ftigten an der Uni Bonn relevant, weil das eben auch das ist, was andere Besch\u00e4ftigte im \u00f6ffentlichen Dienst erhalten. Und das ist einfach ungerecht, dass Leute, die oft bei den L\u00e4ndern besch\u00e4ftigt sind, also gerade die Leute an Universit\u00e4ten halt nicht bekommen.<\/p>\n<p><strong><em>RevoLinks<\/em><\/strong><strong>: Und was sagst Du den Leuten wie Merz und Co., die sagen, ja nee, wir haben da gar kein Geld f\u00fcr?<\/strong><\/p>\n<p>Bert: Ich sag denen nur \u201aHalt&#8217;s Maul!\u2018<\/p>\n<p>Elisa: Man sieht gerade an der Uni, dass doch immer Geld f\u00fcr bestimmte Projekte da ist, genau wie ja in unserem Staat auch einfach Geld f\u00fcr bestimmte Projekte da ist und f\u00fcr andere eben nicht. Und es ist schon auff\u00e4llig, dass dann eben immer gerade bei den L\u00f6hnen, gerade auch im Mittelbau, gek\u00fcrzt wird. Obwohl das ja die Leute sind, die das System am Laufen halten.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">***<\/p>\n<h6><strong>Interview mit einem Chemietechniker der Uni Duisburg-Essen <\/strong><\/h6>\n<p><strong><em>RevoLinks<\/em><\/strong><strong>: Die erste Frage ist, was ist deine Ansage an die Arbeitgeber?<\/strong><\/p>\n<p>Helmut*: Es kann so nicht weitergehen, es wird alles teurer, wir haben immer mehr Probleme. Aber das wird einfach immer ignoriert. Wir haben Nullrunden mitgemacht, als die Inflation im zweistelligen Bereich war.<\/p>\n<p><strong><em>RevoLinks<\/em><\/strong><strong>: Und warum d\u00fcrfen es nicht weniger als 7 Prozent werten?<\/strong><\/p>\n<p>Helmut: Weil in der letzten Zeit die Sachen um 20 Prozent teurer geworden sind. Was soll man machen? Mehr arbeiten als 40 Stunden in der Woche kann ich nicht, weil ich mich auch zu Hause noch um die Familie k\u00fcmmern muss.<\/p>\n<p><strong><em>RevoLinks<\/em><\/strong><strong>: Und was sagst Du denen wie Merz und Co., die sagen, dass sie das Geld f\u00fcr euch nicht mehr leisten k\u00f6nnen?<\/strong><\/p>\n<p>Helmut: Sollen sie mal ein paar Dienstwagen weniger fahren. Ein bisschen weniger Gro\u00dfprojekte fahren. Einfach mal darauf achten, dass die Projekte, die sie fahren, auch im Rahmen bleiben.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>***<\/strong><\/p>\n<h6><strong>Interview mit einer Mitarbeiterin und einer studentischen Hilfskraft an der Freiburger Universit\u00e4t <\/strong><\/h6>\n<p><strong><em>RevoLinks<\/em><\/strong><strong>: Wir sind in Freiburg auf der Streikdemo. Was ist deine Ansage an die Arbeitgeber?<\/strong><\/p>\n<p>Ute*: Also mein Arbeitgeber ist die Uni Freiburg und meine Ansage ist, dass wir heute hier f\u00fcr die Rechte von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und f\u00fcr die Verbesserung der Arbeitsbedingungen stehen. Wir w\u00fcnschen uns bessere L\u00f6hne, bessere Konditionen, vor allem auch f\u00fcr die sehr prek\u00e4r Besch\u00e4ftigten unter uns, wie HiWis [Anm. d. Red.: Hilfswissenschaftler] oder Doktorantinnen und Doktoranten.<\/p>\n<p>Rolf*: So kann es nicht weitergehen. Das wird nicht funktionieren. Ohne uns funktioniert hier sowieso \u00fcberhaupt nichts und wir m\u00fcssen daf\u00fcr auch fair bezahlt werden. 7 Prozent ist, w\u00fcrde ich sagen, immer noch zu wenig, aber mal ein Anfang, den man uns auf jeden Fall geben sollte.<\/p>\n<p><strong><em>RevoLinks<\/em><\/strong><strong>: Und was sagst Du denen wie Merz und Co., die sagen, wir k\u00f6nnen uns mehr Geld f\u00fcr Euch nicht leisten?<\/strong><\/p>\n<p>Ute: Naja, ich w\u00fcrde denen sagen, Meinungsfreiheit, Forschung und Informieren in einem neutralen Kontext ist super wichtig hier an der Uni. Und vor allem auch in meinem Arbeitsgebiet tragen wir gesellschaftlich relevante Themen in die Gesellschaft, die ohne uns nicht in die breite Gesellschaft getragen werden k\u00f6nnten. Und diese Arbeit nicht zu unterst\u00fctzen ist f\u00fcr die Demokratie gef\u00e4hrlich. Deswegen verstehe ich nicht, warum da nicht mehr getan werden kann.<\/p>\n<p>Rolf: Ja, also ich w\u00fcrde sagen, das ist einfach falsch. Das Geld wird halt falsch ausgegeben, wenn wir hier unendliche Milliarden in R\u00fcstung pumpen. Das muss an uns gehen, an die Arbeiterklasse m\u00fcssen diese Milliarden gehen und nicht in irgendwelche R\u00fcstungsunternehmen. Ich w\u00fcrde sagen, das Geld ist offensichtlich da und das Geld muss halt an die Leute gehen, die wirklich arbeiten.<\/p>\n<p><strong>Vielen Dank an alle Streikenden f\u00fcr die Antworten!<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>*) <em>Name ge\u00e4ndert<\/em><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00bbUnendliche Milliarden in R\u00fcstung\u2026 Friedrich Merz? Ganz schlimme Type!\u00ab Die Tarifverhandlungen im \u00f6ffentlichen Dienst der L\u00e4nder gehen diese Woche weiter. Betroffen sind \u00fcber 900.000 Besch\u00e4ftigte. Sie fordern 7 Prozent mehr, mindestens aber 300 Euro. 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