{"id":9114,"date":"2026-05-03T19:20:54","date_gmt":"2026-05-03T17:20:54","guid":{"rendered":"https:\/\/revolinks.de\/?p=9114"},"modified":"2026-05-04T15:52:07","modified_gmt":"2026-05-04T13:52:07","slug":"1-mai-in-essen-ruhrpott-nazifrei","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/revolinks.de\/index.php\/2026\/05\/03\/1-mai-in-essen-ruhrpott-nazifrei\/","title":{"rendered":"1. Mai in Essen: Ruhrpott nazifrei!"},"content":{"rendered":"<p><em><strong>Ausgerechnet zum 1. Mai wollten sich die Faschos des NPD-Nachfolgers \u201eDie Heimat\u201c in Essen breit machen: Bundesweit mobilisierten die Nazis und haben mit 500 Rechtsextremen kalkuliert. Diesen dreisten Angriff auf den Kampftag der Arbeiterklasse hat sich das Ruhrgebiet nicht gefallen lassen. Tausende Antifaschistinnen und Antifaschisten machten den rechten Aufmarsch zum Fiasko. <\/strong><\/em><em><strong>Als Revolution\u00e4re Linke haben wir uns an den Gegenprotesten beteiligt, unsere Genossin <\/strong><\/em><strong>Christina Schulte<\/strong><em><strong> war in Essen dabei und berichtet<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Nicht nur aus Essen, sondern aus der ganzen Region kamen Tausende, um den 1. Mai zu verteidigen. Zu den Gegenprotesten hatte das antifaschistische B\u00fcndnis \u201eEssen stellt sich quer\u201c gemeinsam mit dem DGB aufgerufen. In einem gro\u00dfen Demozug liefen alle zusammen \u00fcber die traditionelle Route aus dem Stadtteil R\u00fcttenscheid Richtung Hauptbahnhof.<\/p>\n<p><strong>Innerhalb des Demozugs herrschte k\u00e4mpferische Stimmung: Die Parolen richteten sich sowohl gegen den Sozialabbau durch die Bundesregierung als auch gegen Aufr\u00fcstung und Militarisierung, durch ganz Essen schallte wie auch in anderen St\u00e4dten an diesem Tag die Parole \u201eMerz leck Eier!\u201c.<\/strong><\/p>\n<p>Aufgrund des angek\u00fcndigten Aufmarschs der Rechten lag der Fokus des Protests in diesem Jahr auf dem Antifaschismus. Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter waren dabei eine treibende Kraft, die die riesige Versammlung zum Protest am Rand des Hirschlandplatzes entscheidend mitgetragen und praktisch gezeigt haben, dass die Forderungen nach h\u00f6heren L\u00f6hnen und fairen Arbeitsbedingungen sowie der Widerstand gegen den Sozialabbau Hand in Hand mit Antifaschismus funktionieren.<\/p>\n<h6><strong>Alle zusammen: Gegen Sozialabbau, gegen Krieg, gegen Faschismus!<\/strong><\/h6>\n<p>Mit Versp\u00e4tung tr\u00f6pfelten kleine Fascho-Gr\u00fcppchen eskortiert von der Polizei ein. Insgesamt nahmen an ihrer Demonstration wohl 200 bis 250 Rechte teil \u2013 lediglich die H\u00e4lfte der angek\u00fcndigten 500 trauten sich auf die Stra\u00dfe.<\/p>\n<p>Mehr als 10.000 Gegendemonstranten stellten sich ihnen entgegen, die sich in der gesamten Innenstadt auf mehrere kleine Kundgebungen und Blockadeaktionen verteilten. So konnte der Aufmarsch der Nazis insgesamt stark gest\u00f6rt und um mindestens zwei Stunden verz\u00f6gert werden. Den ganzen Nachmittag \u00fcber sah, sp\u00fcrte und h\u00f6rte man den entschlossenen Widerstand in ganz Essen.<\/p>\n<h6><strong>\u201eDie Heimat\u201c und das Ruhrgebiet <\/strong><\/h6>\n<p>Dass die Nazis sich ausgerechnet Essen ausgesucht haben, ist kein Zufall. Rund um die im Stadtteil Essen Kray gelegene Landesparteizentrale der \u201eHeimat\u201c kommt es bereits seit Monaten immer wieder zu Naziaufm\u00e4rschen von zwar wenigen, aber daf\u00fcr umso aggressiveren Faschos.<\/p>\n<p>Dabei zitierten sie nicht nur laut und offen Hitler. Im Anschluss an eine rechte Versammlung kam es auch zu einem k\u00f6rperlichen Angriff auf Teilnehmende der Gegenproteste auf deren Heimweg. Gl\u00fccklicherweise blieb es bei leichten Verletzungen. Die bundesweite Mobilisierung am 1. Mai nach Essen scheint also Teil eines l\u00e4ngerfristigen Plans der \u201eHeimat\u201c zu sein, sich im Ruhrgebiet zu verankern.<\/p>\n<p><strong>Diese Plage der \u201eHeimat\u201c ist nicht die einzige Erfahrung, die Essenerinnen und Essener in der j\u00fcngsten Vergangenheit mit der erstarkenden Rechten in Deutschland machen mussten.<\/strong><\/p>\n<p>Bereits im Juni 2024 veranstaltete die AfD ihren Bundesparteitag in Essen. Der damals massenhafte Gegenprotest brachte 70.000 Menschen auf die Stra\u00dfe und legte den Grundstein f\u00fcr eine neue Dynamik in der antifaschistischen Bewegung im Ruhrgebiet. An diese Entwicklung muss auch nach dem 1. Mai unbedingt angekn\u00fcpft werden. Der Pott darf nicht zur Nazihochburg werden!<\/p>\n<h6><strong>Zerschlagung der Gewerkschaften am 2. Mai 1933<\/strong><\/h6>\n<p><u><\/u>Der 1. Mai geh\u00f6rt den Arbeiterinnen und Arbeitern. Schon die Vorbilder der \u201eHeimat\u201c, die Nazis der NSDAP, haben versucht, uns diesen Tag zu stehlen. Die Arbeiterbewegung stellte die letzte Bedrohung und damit eines der ersten Angriffsziele der NS-Diktatur dar. Noch im Jahr von Hitlers Machtergreifung inszenierte die NSDAP Gro\u00dfveranstaltungen und Aufm\u00e4rsche, um den Arbeiterinnen und Arbeitern vorzugaukeln, sie st\u00fcnden f\u00fcr ihre Interessen ein.<\/p>\n<p><strong>Am n\u00e4chsten Tag, dem 2. Mai 1933, folgte dann die blutige Zerschlagung der Gewerkschaften: Gewerkschaftsh\u00e4user wurden besetzt, Gewerkschafter verhaftet, misshandelt und ermordet. Au\u00dferdem begann mit der Machtergreifung Hitlers am 30. Januar bereits die Verfolgung von Kommunisten und Sozialdemokraten. Viele von ihnen waren bis zum Mai 1933 bereits verhaftet oder tot.<\/strong><\/p>\n<p>Nach dem 2. Mai 1933 war die Arbeiterbewegung zerschlagen. Streiks, das wichtigste Mittel zur Erk\u00e4mpfung fairer L\u00f6hne und Arbeitsbedingungen, wurden verboten und Rechte von Arbeiterinnen und Arbeitern massiv eingeschr\u00e4nkt.<\/p>\n<p>Vor diesem historischen Hintergrund zeigt sich: Die Nazis waren ebenso wenig wie die AfD-Faschisten heute auf der Seite der Lohnabh\u00e4ngigen!<\/p>\n<h6><strong>Der antifaschistische Kampf geht weiter!\u00a0 <\/strong><\/h6>\n<p>Im ganzen Bundesgebiet steht die antifaschistische Bewegung vor Herausforderungen. F\u00fcr die AfD k\u00f6nnte 2026 das Jahr werden, in dem sie in Sachsen-Anhalt zum ersten Mal einen Ministerpr\u00e4sidenten stellt. Aktuell bricht sie bundesweit Rekorde in Wahlumfragen.<\/p>\n<p><strong>Der Zeitpunkt daf\u00fcr ist bezeichnend: Die Bundesregierung s\u00e4t mit ihrem massiven Sozialabbau die Verzweiflung, die die Menschen den Faschisten und ihren L\u00fcgen in die Arme treibt. Der \u201eErfolg\u201c der AfD-Faschisten ist der R\u00fcckenwind der Stiefelnazis, die am 1. Mai Essen terrorisieren wollten.<\/strong><\/p>\n<p>Am 4. und 5. Juli plant die AfD in Erfurt, der Heimat vom Chef-Faschist Bj\u00f6rn H\u00f6cke, ihren n\u00e4chsten Bundesparteitag, 100 Jahre nach dem NSDAP-Parteitag im nahegelegenen Weimar. Dieser Termin wie auch der Versuch, in Essen am 1. Mai aufzumarschieren, zeigt, in welche Tradition sich die Nazis von heute stellen.<\/p>\n<p><strong>Der Protest im Juli wird der voraussichtlich wichtigste Termin f\u00fcr alle Antifaschistinnen und Antifaschisten in Deutschland in diesem Jahr. Wir werden dabei sein und gemeinsam zeigen, dass die Nazis auf der Stra\u00dfe geschlagen werden!<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ausgerechnet zum 1. Mai wollten sich die Faschos des NPD-Nachfolgers \u201eDie Heimat\u201c in Essen breit machen: Bundesweit mobilisierten die Nazis und haben mit 500 Rechtsextremen kalkuliert. 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