{"id":9303,"date":"2026-09-19T05:03:18","date_gmt":"2026-09-19T03:03:18","guid":{"rendered":"https:\/\/revolinks.de\/?p=9303"},"modified":"2026-09-19T05:15:43","modified_gmt":"2026-09-19T03:15:43","slug":"auf-zum-aktionstag-automobil-gegen-den-generalangriff-der-auto-bosse-hilft-nur-vollstreik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/revolinks.de\/index.php\/2026\/09\/19\/auf-zum-aktionstag-automobil-gegen-den-generalangriff-der-auto-bosse-hilft-nur-vollstreik\/","title":{"rendered":"Auf zum Aktionstag Automobil! Gegen den Generalangriff der Auto-Bosse hilft nur Vollstreik"},"content":{"rendered":"<h2><strong>Die \u201aSozialpartnerschaft\u2018 ist tot: Radikale Angriffe erfordern radikale Antworten!<\/strong><\/h2>\n<p><strong><em>Die Konzernbosse reden von einer Existenzkrise, aber die Zahlen sagen etwas anderes. VW, Mercedes-Benz und Audi machen nach wie vor Milliardengewinne. Dennoch werden Standorte geschlossen und Zehntausende Stellen abgebaut. Die Besch\u00e4ftigten sollen l\u00e4nger arbeiten und auf L\u00f6hne verzichten. Die IG Metall mobilisiert dagegen zu einem &#8222;Aktionstag Automobil&#8220; am 21. September. Es ist der richtige, erste Schritt, meinen <\/em>Jens Feldmann <em>und<\/em> Karl Naujoks<\/strong><\/p>\n<p>Es geht nicht mehr um einzelne Marken oder Betriebe. Die Besch\u00e4ftigten der gesamten Automobilbranche sind mit einem Generalangriff aus den Chefetagen konfrontiert. Gegen diesen Frontalangriff von oben versagen die klassischen Instrumente der Tarifpolitik.<\/p>\n<p>Beispiel VW: Im Dezember 2024 vereinbarten IG Metall und Konzernleitung den Abbau von 35.000 Stellen und eine Nullrunde bei den L\u00f6hnen f\u00fcr 2027. Dies wurde damals als \u201eWeihnachtswunder\u201c verkauft, das die zehn Standorte in Deutschland gesichert h\u00e4tte. Und nun? Der VW-Konzern k\u00fcndigte im September 2026 an, weltweit zus\u00e4tzlich 50.000 Stellen bis 2030 abbauen zu wollen, davon die H\u00e4lfte in Deutschland.<\/p>\n<h6><strong>Einge\u00fcbte Rituale f\u00fchren in die Niederlage<\/strong><\/h6>\n<p>Es r\u00e4cht sich heute, dass im Dezember 2024 im Vertrauen auf die Versprechen des Managements der Arbeitskampf abgebrochen worden ist, bevor er \u00fcberhaupt richtig losging. Damals befanden sich 100.000 VW-Besch\u00e4ftigte im Warnstreik. Am VW-Werk in Hannover schwenkten Arbeiter Plakate mit der Aufschrift \u203aIhr wollt Krieg, wir sind bereit!\u2039.<\/p>\n<p>Doch zum Vollstreik kam es nicht, stattdessen zu Lohnverzicht im Gegenzug f\u00fcr vagen Versprechen auf Standorterhalt. Dies hat die Konzernleitung ermutigt, keine zwei Jahre sp\u00e4ter den Abbau von weiteren 50.000 Arbeitspl\u00e4tzen anzuk\u00fcndigen.<\/p>\n<p><strong>Dies ist eine wichtige Lehre f\u00fcr die Gewerkschaft: Blo\u00dfe Drohungen der IG Metall-F\u00fchrung wie damals bei VW, man werde den \u201eStreikhammer\u201c herausholen, reichen nicht mehr. Es muss auch gebissen werden. Ansonsten werden die Angriffe von oben immer weiter gehen.<\/strong><\/p>\n<p>Die alten Rituale von Warnstreiks mit Appellen die Vernunft, dann Kompromissfindung, fruchten nicht mehr. Die Chefs verstehen nur noch die Sprache des Klassenkampfs.<\/p>\n<h6><strong>Marken\u00fcbergreifender Widerstand<\/strong><\/h6>\n<p>Was f\u00fcr VW gilt, gilt auch f\u00fcr alle anderen. Alle Autobauer und ihre Zulieferer greifen die Besch\u00e4ftigten an. Audi streicht bis 2029 rund 7.500 Stellen; urspr\u00fcnglich hatte das Unternehmen 12.000 gefordert. Dazu wird die Ergebnisbeteiligung gek\u00fcrzt.<\/p>\n<p>Mercedes-Benz hat 2025 die Standorte Koblenz, Mainz, Dortmund, Neu-Ulm und L\u00fcbeck geschlossen, verlagert die A-Klasse nach Ungarn und hat rund 40.000 Besch\u00e4ftigten Abfindungen angeboten. Jetzt soll die Wochenarbeitszeit f\u00fcr 108.000 Arbeiter und Angestellte von 35 auf 40 Stunden steigen \u2013 ohne Lohnausgleich.<\/p>\n<p>Der \u201eAktionstag Automobil\u201c der IG Metall sendet gegen diesen Generalangriff ein wichtiges Signal. Die Besch\u00e4ftigten der gesamten Branche schlie\u00dfen sich firmen\u00fcbergreifend zusammen. Nur gemeinsame Aktionen k\u00f6nnen etwas ver\u00e4ndern.<\/p>\n<p>Wir brauchen keine \u201akonzertierte Aktion\u2018 mit den Unternehmen zur vermeintlichen Standortrettung. Wir brauchen einen konzertierten Widerstand der Besch\u00e4ftigten aller Automobilbetriebe. Karl Marx fasste es so zusammen: Nur wenn die Arbeiter aufh\u00f6ren sich untereinander Konkurrenz zu machen, k\u00f6nnen sie dem Kapital Konkurrenz machen.<\/p>\n<p><strong>\u201eKrise\u201c \u2013 f\u00fcr wen?<\/strong><\/p>\n<p>Die Unternehmensf\u00fchrungen verbreiten Schreckensszenarien, um die Kampfmoral der Belegschaften zu schw\u00e4chen. Sie behaupten, die Gewinne brechen ein. Richtig ist: Die Automobilhersteller hatten im Jahr 2023 Rekordgewinne gescheffelt. Die Besch\u00e4ftigten sahen davon wenig bis nichts.<\/p>\n<p>Seitdem sind die Gewinne zur\u00fcckgegangen und Panik wird verbreitet. Doch bei genauem Hinsehen sprechen die Zahlen eine andere Sprache.<\/p>\n<p>Nehmen wir das Beispiel Mercedes-Benz. Im Jahr 2025 war der Gewinn um knapp die H\u00e4lfte eingebrochen. Verluste wurde indessen nicht gemacht. Die Profite lagen immer noch bei 5,3 Milliarden Euro. Und im zweiten Quartal 2026 stieg das operative Ergebnis wieder um 21,5 Prozent an, auf 1,55 Milliarden Euro. Unter dem Strich stand ein Konzernergebnis von 1,09 Milliarden Euro \u2013 plus, wohlgemerkt.<\/p>\n<h6><strong>Profite, Krise und Verdr\u00e4ngung<\/strong><\/h6>\n<p>Bei anderen Konzernen sieht es \u00e4hnlich aus. Doch diese Gewinne reichen den Bossen nicht. Warum ist das so?<\/p>\n<p>Daf\u00fcr gibt es zwei Gr\u00fcnde. Erstens sind Autokonzerne global aufgestellte Aktiengesellschaften, deren Anteilseigner Dividenden erwarten. Diese Profitgier muss bedient werden, sonst fallen die Kurse, und mit ihnen die Kapitalkraft der Konzerne.<\/p>\n<p>Zweitens sind die internationalen M\u00e4rkte begrenzt. Das Standardargument, die deutschen Chefetagen h\u00e4tten internationale Trends verschlafen, greift zu kurz. Es mag im Einzelnen so sein, dass deutsche Autobauer Marktanteile verlieren, weil ihre Elektroautos zu teuer sind. Doch dies ist keine ausreichende Erkl\u00e4rung daf\u00fcr, warum die Krise auch international viele Marken betrifft, nicht zuletzt in China.<\/p>\n<p>In Europa werden heute im Vergleich zum Jahr 2020 rund zwei Millionen Fahrzeuge weniger verkauft. Das wird sich auf absehbare Zeit auch nicht \u00e4ndern. Dies ist in der Automobilbranche derzeit weltweit zu beobachten. Der Beschaffungsvorstand von VW sch\u00e4tzt, dass der Kernmarke des Konzerns Kunden f\u00fcr 500.000 Fahrzeuge fehlen w\u00fcrden.<\/p>\n<p><strong>Insgesamt st\u00f6\u00dft der globale Automarkt wie alle M\u00e4rkte irgendwann an seine Grenzen. Im Kapitalismus f\u00fchrt dies zu einem brutalen Verdr\u00e4ngungswettbewerb unter den Konzernen.<\/strong><\/p>\n<p>Die \u201eL\u00f6sungen\u201c in solchen Phasen sind immer die gleichen: die Arbeiter, die allen Reichtum schaffen, sollen l\u00e4nger arbeiten f\u00fcr weniger Lohn. Doch ein Blick in die Geschichte zeigt, dass weder einzelne Managemententscheidungen noch die H\u00f6he der L\u00f6hne Schuld an der Rezession sind. Wirtschaftskrisen treten vielmehr in regelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden auf, seit der industrielle Kapitalismus vor rund 200 Jahren entstanden ist.<\/p>\n<p>Er durchlebt dabei sogenannte \u00dcberproduktionskrisen. Die Lohnabh\u00e4ngigen schuften immer mehr, die Profite sprudeln, bis irgendwann die Nachfrage stockt.<\/p>\n<p>Dies betrifft nicht nur einzelne Firmen. Alle Autounternehmen leiden unter einem schrumpfenden Markt. Sollte es einem Konzern wie VW oder Mercedes-Benz gelingen, durch Lohnverzicht bei den eigenen Besch\u00e4ftigten und Intensivierung der Arbeit Kostenvorteile gegen\u00fcber den Konkurrenten zu erreichen, dann verlagert sich die Krise lediglich auf andere Unternehmen \u2013 die ihrerseits die jeweils eigenen Besch\u00e4ftigten zu dr\u00fccken versuchen.<\/p>\n<p>Wenn sich die Gewerkschaften auf dieses Spiel einlassen, f\u00fchrt dies unweigerlich zu einer Abw\u00e4rtsspirale bei L\u00f6hnen und Arbeitsbedingungen.<\/p>\n<h6><strong>Argumente gegen ihre Angriffe<\/strong><\/h6>\n<p><strong><em>Die Arbeiterinnen und Arbeiter haben Milliarden Werte geschaffen.<\/em><\/strong> Sie haben die Profite der Bosse erarbeitet. Jetzt, wo das System in der Krise, sollen sie die Suppe ausl\u00f6ffeln, die uns der Kapitalismus eingebrockt hat. Warum sollen Besch\u00e4ftigte auf Lohn verzichten, wenn die Aktion\u00e4re weiter Dividenden einfahren?<\/p>\n<p>Wenn heute Stellen abgebaut und Werke geschlossen werden, dann zerst\u00f6rt das erarbeiteten Reichtum. Die Verteidigung von Standorten, L\u00f6hnen und angemessenen Arbeitszeiten ist auch eine Verteidigung gesellschaftlicher Werte, gegen die destruktiven Angriffe des Kapitals.<\/p>\n<p><strong><em>Wir d\u00fcrfen uns nicht auf die Standortlogik einlassen<\/em><\/strong><em>.<\/em> Uns wird erz\u00e4hlt, wir m\u00fcssten den G\u00fcrtel enger schnallen, damit \u201eunsere\u201c Konzerne im Wettbewerb bestehen. Gem\u00e4\u00df dieser Logik l\u00e4sst sich jeder Verzicht begr\u00fcnden. Die Kolleginnen und Kollegen in China, Ungarn oder Mexiko sind nicht unser Problem. Sie stehen unter demselben Druck. Wer sich auf den Standort einl\u00e4sst, k\u00e4mpft am Ende gegen sie statt gegen die Vorst\u00e4nde und l\u00e4sst sich auf eine Abw\u00e4rtsspirale ein. Gegen diese Logik k\u00f6nnen wir uns nur gemeinsam wehren.<\/p>\n<p><strong><em>Aufr\u00fcstung ist Teil des Problems, nicht der L\u00f6sung.<\/em><\/strong> Panzerbauer Rheinmetall dachte \u00fcber die Komplett\u00fcbernahme des VW-Werks in Osnabr\u00fcck nach und winkte dann ab. Alles, was bleibt, ist die Produktion von gepanzerten Fahrerkabinen. Das sichert rund 100 Arbeitspl\u00e4tze \u2013 von 2.300! Das ist keine Standortsicherung, sondern eine Werksvernichtung auf Raten.<\/p>\n<p>Schlimmer noch: Die massive Aufr\u00fcstung zahlt der Staat mit Kreditaufnahmen von insgesamt 850 Milliarden Euro bis 2030. Das sind Schulden, die \u2013 geht es nach dem Willen der Bundesregierung \u2013 durch massiven Sozialabbau gegenfinanziert werden sollen. Wenn ein VW-Arbeiter Panzerteile baut und zugleich Jahre l\u00e4nger bis zur Rente arbeiten muss, dann ist auch das Lohnraub. Obendrein ist die Militarisierung der Produktion Teil einer gigantischen Aufr\u00fcstungsspirale, die uns alle direkt in den n\u00e4chsten Krieg f\u00fchrt.<\/p>\n<h6><strong>Niederlage bei Tesla warnt uns<\/strong><\/h6>\n<p>Was passiert, wenn wir uns gegeneinander ausspielen lassen, haben wir k\u00fcrzlich bei Tesla in Schweden gesehen. Dort streikten Besch\u00e4ftigte \u00fcber tausend Tage f\u00fcr einen Tarifvertrag. Es war der l\u00e4ngste Arbeitskampf des Landes seit hundert Jahren.<\/p>\n<p>Tesla flog Streikbrecher aus einem Dutzend EU-L\u00e4nder ein, vom Flughafen per Taxi direkt in die Werkstatt. Der Streik endete in einer Niederlage. Wer Streikbrecher nicht aufh\u00e4lt, streikt ins Leere.<\/p>\n<p>Wenn die Arbeitgeberseite h\u00e4rtere Mittel wie Verlagerungen, Einfliegen von Streikbrechern und Werksschlie\u00dfungen ins Spiel bringt, m\u00fcssen die Arbeiterinnen und Arbeiter ihrerseits mit Streiks, Blockaden und schlussendlich auch Werksbesetzungen antworten.<\/p>\n<h6><strong>Politischer Generalstreik f\u00fcr Sonderverm\u00f6gen<\/strong><\/h6>\n<p>Die Stimmung in den Autobetrieben ist am Siedepunkt. Wird diese Stimmung genutzt, um die Organisation eines fl\u00e4chendeckenden Streiks in verschiedenen Autofirmen vorzubereiten, kann dies zum Sieg f\u00fchren: bei der Abwehr von Lohnk\u00fcrzungen, Arbeitszeitverl\u00e4ngerungen und Stellenabbau.<\/p>\n<p>Solche Streiks w\u00e4ren politische Streiks. Sie w\u00fcrden zugleich ein m\u00e4chtiges Signal gegen den von der Bundesregierung geplanten Sozialkahlschlag bei Rente und Gesundheit sein.<\/p>\n<p>Mut machen uns die Kolleginnen und Kollegen bei Mercedes-Benz in Stuttgart-Untert\u00fcrkheim. Der Unmut \u00fcber die Einsparpl\u00e4ne der Konzernf\u00fchrung \u2013 und der lauwarmen Reaktion der Gewerkschaftsf\u00fchrung \u2013 ist so gro\u00df, dass sich die IGM-Vertrauensleute \u00f6ffentlich gegen die vers\u00f6hnlerische Strategie der IGM-F\u00fchrung gestellt haben.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-9267 alignleft\" src=\"https:\/\/revolinks.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/1785311340977audi-neckarsulm-protest-vw-sparplaene-100_v-16x9@2dL_-6c42aff4e68b43c7868c3240d3ebfa29867457da-300x169.webp\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"169\" srcset=\"https:\/\/revolinks.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/1785311340977audi-neckarsulm-protest-vw-sparplaene-100_v-16x9@2dL_-6c42aff4e68b43c7868c3240d3ebfa29867457da-300x169.webp 300w, https:\/\/revolinks.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/1785311340977audi-neckarsulm-protest-vw-sparplaene-100_v-16x9@2dL_-6c42aff4e68b43c7868c3240d3ebfa29867457da-1024x576.webp 1024w, https:\/\/revolinks.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/1785311340977audi-neckarsulm-protest-vw-sparplaene-100_v-16x9@2dL_-6c42aff4e68b43c7868c3240d3ebfa29867457da-768x432.webp 768w, https:\/\/revolinks.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/1785311340977audi-neckarsulm-protest-vw-sparplaene-100_v-16x9@2dL_-6c42aff4e68b43c7868c3240d3ebfa29867457da-620x350.webp 620w, https:\/\/revolinks.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/1785311340977audi-neckarsulm-protest-vw-sparplaene-100_v-16x9@2dL_-6c42aff4e68b43c7868c3240d3ebfa29867457da.webp 1440w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/>In einem <a href=\"https:\/\/revolinks.de\/index.php\/2026\/08\/31\/kampfansage-von-ig-metall-arbeitern-aus-der-autoindustrie-unsere-interessen-werden-allein-durch-protest-widerstand-und-streik-durchgesetzt\/\">offenen Brief<\/a> schreiben sie: \u00bbWir sollen gezwungen sein, auch noch die letzte mies bezahlte Stelle anzutreten, wenn die Bosse unseren Job vernichten.\u00ab Und: \u00bbAuch die Regierung tut nichts f\u00fcr uns. Sie will den gesetzlichen Acht-Stunden-Tag abschaffen. Wir sollen l\u00e4nger arbeiten f\u00fcr das gleiche Geld oder sogar f\u00fcr noch weniger. Zus\u00e4tzlich plant sie die \u203aRente mit 70\u2039. Das Geld, was in den Sozialkassen durch die Sparma\u00dfnahmen fehlt, flie\u00dft auch in die Aufr\u00fcstung. Unsere Jugend soll wieder f\u00fcr die Profite der Konzerne in den Krieg ziehen.\u00ab<\/p>\n<p>Die Kolleginnen und Kollegen haben den Nagel auf den Kopf getroffen. Die Konsequenz daraus: Wenn Regierung und Kapital uns gemeinsam angreifen, muss sich die Antwort ebenfalls gegen beide richten. Nur ein politischer Massenstreik \u00fcber die Betriebsgrenzen hinweg kann den Angriff der Bosse stoppen.<\/p>\n<h6><strong>Konkrete Forderungen<\/strong><\/h6>\n<p>Solche eine Kampfform braucht politische Forderungen, hinter die sich alle stellen k\u00f6nnen. Die liegen auf der Hand: Das sogenannte \u201eSonderverm\u00f6gen Infrastruktur\u201c sieht insgesamt 500 Milliarden Euro \u00fcber 12 Jahre f\u00fcr Investitionen in Infrastruktur vor.<\/p>\n<p><strong>Warum kann es nicht auch ein Sonderverm\u00f6gen zum Erhalt von Arbeitspl\u00e4tzen in der Automobilindustrie geben? <\/strong><\/p>\n<p>Der Staat schwimmt derzeit in Geld, dank der Aufnahme von Hunderten von Milliarden von Schulden. Anstatt alles in die Aufr\u00fcstung zu stecken, k\u00f6nnten Werke und Produktionsstandorte der Autokonzerne in die Treuhand des Staates \u00fcbergehen, um die Produktion mit staatlichen Milliarden gest\u00fctzt fortzusetzen und dabei in Herstellung sinnvoller Produkte zu lenken.<\/p>\n<p><strong>Die zweite Forderung w\u00e4re: Stopp aller Sozialk\u00fcrzungen!<\/strong><\/p>\n<p>Beides kann \u00fcber Mittel des politischen Streiks durchgesetzt werden. In Frankreich hat die Regierung letztes Jahr unter dem Druck von unten eine bereits beschlossene \u201eRentenreform\u201c ausgesetzt. Das Renteneintrittsalter dort liegt weiter bei unter 63 Jahren. Hierzulande will die Regierung es in Richtung 70 anheben.<\/p>\n<p><strong>Widerstand von unten kann den Preis f\u00fcr die sozialen Angriffe von oben so hochtreiben, dass die Herrschenden zur\u00fcckweichen.<\/strong><\/p>\n<p>Der Aktionstag Automobil kann deshalb der Auftakt zu viel mehr sein. Am 26. September folgt der bundesweite DGB-Aktionstag gegen die Sozialk\u00fcrzungen unter dem Motto \u201eHart verdient!\u201c. Ab Oktober beginnt dann die Tarifrunde in der Metall- und Elektroindustrie.<\/p>\n<p>Der Kampf gegen die Angriffe der Autobosse und der Widerstand gegen der den Sozialabbau der Bundesregierung kann sich gegenseitig verst\u00e4rken und motivieren. Ein hei\u00dfer Herbst des Widerstandes kann die Autobosse stoppen und den Bundeskanzler st\u00fcrzen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>KAMPF UM JEDEN ARBEITSPLATZ!<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>KEINE LOHNK\u00dcRZUNGEN!<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>KEINE ERH\u00d6HUNG DER WOCHENARBEITSZEIT!<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die \u201aSozialpartnerschaft\u2018 ist tot: Radikale Angriffe erfordern radikale Antworten! Die Konzernbosse reden von einer Existenzkrise, aber die Zahlen sagen etwas anderes. VW, Mercedes-Benz und Audi machen nach wie vor Milliardengewinne. Dennoch werden Standorte geschlossen und Zehntausende Stellen abgebaut. Die Besch\u00e4ftigten sollen l\u00e4nger arbeiten und auf L\u00f6hne verzichten. 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