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Nein zur Wehrpflicht – Heraus zum Schulstreik am 5. März!

Deutschland / 4. März 2026

Stoppen wir die Kriegsvorbereitungen!

Am 5. März werden bundesweit Schülerinnen und Schüler gegen die drohende Einführung der Wehrpflicht in Deutschland demonstrieren. Lehrkräfte, Gliederungen der Bildungsgewerkschaft GEW sowie die Friedensbewegung solidarisieren sich. Das ist der richtige Schritt, argumentiert Leo Moos.

Verteidigungsminister Boris Pistorius forderte 2023: „Wir müssen kriegstüchtig werden. Und die Bundeswehr und die Gesellschaft dafür aufstellen.“ Bundeskanzler Merz erklärte offen das Ziel, die Bundeswehr konventionell zur „stärksten Armee Europas“ auszubauen. Nun beabsichtigt die Bundesregierung, als Faustpfand zur Wahrung deutscher Kapitalinteressen auch deutsche Truppen in die Ukraine nach einem möglichen Waffenstillstand zu schicken. Bundeskanzler Merz hat diese Idee auf zwei internationalen Konferenzen im Dezember und Januar ins Spiel gebracht.

Doch die Bundesregierung hat ein Problem: ihr fehlen dafür die Menschen. Bislang stehen in der Bundeswehr keine 200.000 Personen unter Waffen. Doch entlang der langen Grenze zu Weißrussland und Russland braucht es potenziell Zehntausende, wenn Deutschland militärisch „glaubwürdig“ sein will.

Außerdem will Deutschland auch woanders im imperialistischen Konkurrenzkampf mitmischen. Neben der Ukraine gibt es Verpflichtungen in Litauen, in der Ostsee, aber auch in der Arktis.

Schrittweise zur Zwangsrekrutierung

Um mehr Männer und Frauen unter Waffen zu bekommen, will die Bundesregierung die Wehrpflicht wiedereinführen. Im Dezember verabschiedete sie deshalb ein Gesetz im Eilverfahren. Es sieht vor, 700.000 Fragebögen an junge Menschen des Geburtsjahrgangs 2008 zu versenden, um unter mehr als bisher für die Bundeswehr zu rekrutieren.

Noch betont die Koalition die “Freiwilligkeit”. Doch das Gesetz sieht vor, dass eine Zwangsrekrutierung greift, falls sich nicht genügend Freiwillige melden. Ob sich kurzfristig die zusätzlichen zehntausenden Soldatinnen und Soldaten für die anvisierte Sollstärke von 250.000 freiwillig finden lassen, ist fraglich – zumal ein großer Teil der Betroffenen die Wehrpflicht ablehnt.

Die Versendung der 700.000 Fragebögen ist nur der erste Schritt zur allgemeinen Wehrpflicht. Erst müssen ohnehin die Wehrersatzämter, Einheiten und Kasernen geschaffen werden, um sie umzusetzen. Das Gesetz normalisiert jetzt schon die verpflichtende Musterung für junge Männer und stellt die Weiche in Richtung einer militarisierten Gesellschaft.

Der Widerstand wächst

Breite Teile der Bevölkerung lehnen die Aufrüstung ebenso wie die Wehrpflicht ab. Umfragen zeigen, dass etwa zwei Drittel der Bevölkerung gegen eine deutsche militärische Führungsrolle in Europa sind und ebenso viele 18- bis 29-Jährige eine Wiedereinführung der Wehrpflicht ablehnen.

Schulstreik in Hamburg am 20. Februar 2026

Dieser Unmut findet nun seinen Weg auf die Straße. Am 5. Dezember 2025 waren rund 55.000 Schülerinnen und Schüler in über 90 Städten Deutschlands auf den Straßen und protestierten gegen die neue Wehrpflicht. Die Regierung reagierte nicht mit Repressionen, sondern hofft, dass sich der Widerstand verläuft.

Doch der nächste Schulstreik folgt nun morgen am 5. März. Er ist eine wichtige Gelegenheit, die öffentliche Ablehnung sichtbar zu erhalten und zu verstärken.

Dahinter steht eine sich formierende Bewegung: Am vergangenen Wochenende versammelten sich mehr als 250 Jugendliche aus mehr als 70 Städten in Göttingen zur ersten bundesweiten Schulstreikkonferenz gegen die Wehrpflicht, um den Protest vorzubereiten und weiterzuentwickeln.

Gewerkschaften zentral

Es ist gut, dass sich Teile der Bildungsgewerkschaft GEW, zum Beispiel der Landesverband Berlin, offen mit dem Protest solidarisieren. Dies erleichtert es, mehr Schülerinnen und Schüler aus die Schulen heraus auf die Straße zu mobilisieren.

Die Wehrpflicht zu stoppen wird aber nur gelingen, wenn sich Gewerkschaften außerhalb der Bildungseinrichtungen wie Verdi und IG Metall ebenfalls aktiv solidarisieren. Sie haben die Macht, dem Straßenprotest durch Aktionen im Betrieb Nachdruck zu verleihen.

Nur durch massiven ökonomischen Druck könnte der Preis so hoch getrieben werden, dass die Bundesregierung auf die Einführung der Wehrpflicht verzichtet.

Da die Gewerkschaftsspitze mit der regierenden SPD verfilzt ist, kann man hier wenig erwarten. Aber es gibt ermutigende Initiativen am Boden der Gewerkschaften. Verdi bietet erste Beratungsangebote für junge Auszubildende, die den Wehrdienst verweigern wollen.

Solche Angebote sind gut, aber reichen nicht. Die Gewerkschaften sollten sich den kommenden Protesten aktiv anschließen und ihre Mitglieder mobilisieren.

Der Funke kommt von der Jugend

Den Funken dazu können nur die Betroffenen selbst geben. Deshalb ist es so wichtig, dass die Proteste zahlreich und unüberhörbar sind.

Das Abschlussdokument der Konferenz in Göttingen fasst es gut zusammen:

„Zu weiteren Perspektiven und nächsten Schritten werden wir uns bei der nächsten bundesweiten Schulstreikkonferenz am 18.04. in Essen austauschen.

Wir fordern:

  1. Keine Wehrpflicht – Keine Zwangsdienste!
  2. Geld für Bildung, Soziales und Umweltschutz statt für Aufrüstung und Kriegsvorbereitung!
  3. Bundeswehr raus aus den Schulen! Kriegsdienstverweigerungsberatung für alle Abschlussjahrgänge!
  4. Für den Aufbau von Streikkomitees an jeder Schule und ein Streikrecht für Schüler*innen
  5. Abrüsten statt Aufrüsten! Verhandeln statt Schießen!

Auf die Straße am 5. März, denn: Die Reichen wollen Krieg – die Jugend eine Zukunft!“

 


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