Auf zur Großdemonstration am 29. November in Gießen!
„Generation Deutschland“: Außen blau, innen braun
Die AfD präsentiert die Gründung ihrer Jugendorganisation unter dem Namen „Generation Deutschland“ als Neustart, nachdem die „Junge Alternative“ (JA) zu Beginn des Jahres aufgelöst worden ist. Tatsächlich ist das nichts als Propaganda: Hinter der neuen Fassade steckt derselbe alte faschistische Nachwuchsverband.
Die „Junge Alternative“ (JA) wurde auf Beschluss des Bundesparteitages der AfD in Riesa zu Beginn des Jahres 2025 aufgelöst. Der Auslöser war banal: der Inlandsgeheimdienst („Bundesamt für Verfassungsschutz“) hatte die JA zuvor als „gesichert rechtsextremistisch“ eingestuft. Diese Bewertung wurde in der Folge gerichtlich bestätigt.
Damit hätte die JA nach Vereinsrecht relativ leicht durch den Bundesinnenminister verboten werden können – ein Schritt, der mit Hausdurchsuchungen und reichlich unerwünschter Medienberichterstattung über den braunen Abgrund in der Parteijugend einhergegangen wäre.
Mehr Kontrolle, sonst ändert sich nichts
Der Bundesvorstand der AfD kam diesem Negativszenario mit der von ihm vorangetriebenen Selbstauflösung der JA zuvor. Am 29. November soll nun auf einem Kongress in Gießen ein Nachfolgeverband unter dem Namen „Generation Deutschland“ gegründet werden. Damit verstärkt die AfD zugleich die Kontrolle über die eigene Jugend. In Zukunft muss, anders als bisher, jedes Mitglied der Jugendorganisation auch AfD-Mitglied sein.
Die AfD ist bemüht, dies als einen Neustart aussehen zu lassen. An den Positionen der neuen Jugendorganisation ändert sich tatsächlich nichts.
So trieb im AfD-Bundesvorstand der bisherige JA-Bundesvorsitzende Hannes Gnauck den Neugründungsprozess voran. Gegen Gnauck, einen früheren Oberfeldwebel, hat die Bundeswehr ein gerichtliches Disziplinarverfahren angestrengt – wegen Hassäußerungen gegen Ausländer und Geflüchtete. In der Folge verlor Gnauck seine Immunität als Bundestagsabgeordneter.
Rechte Verschwörungstheorien
Gnauck verbreitete unter anderem rassistische Verschwörungstheorien. So sagte er 2023 bei einem Auftritt in Prenzlau: „Die Altparteienregierungen von Bund und Land betreiben hier einen Bevölkerungsaustausch. Und sie werden nicht ruhen, bis jeder Winkel unseres Landes und jedes friedliche Dorf mit illegalen Migranten vollgestopft ist.“
Jean-Pascal Hohm, der designierte Vorsitzende des neuen Verbandes „Generation Deutschland“, steht Gnauck in nichts nach. So behauptete Hohm 2022 auf Twitter: „Wer also das Staatsvolk sukzessive durch Einbürgerung ersetzt, verändert Deutschland nicht, sondern schafft es ab. Ohne Deutsche kein Deutschland. Widerstand ist darum Pflicht. Für Deutschland.“
Brücke zu Schlägern
Die Wahnvorstellung, wonach die deutsche Bevölkerung durch Migranten „ersetzt“ werden solle, bildet die Grundlage für die Forderung nach „Remigration“, also der millionenfachen Deportation aller Bürgerinnen und Bürger mit migrantischen Wurzeln. Diese Forderung kann nur durch massenhafte Gewalt und die Errichtung eines umfassenden Lagerregimes umgesetzt werden.
Gnauck und Hohm wollen mit solchen Parolen die Bereitschaft für gewalttätige Aktionen der Jugendorganisation anstacheln und „Generation Deutschland“ zum Anziehungspunkt für Schlägertypen machen, die die rassistischen Parolen der AfD in die Tat umsetzen.
Der neue Vorsitzende Hohm hat damit reichlich Erfahrungen. Als Kreisvorsitzender der AfD in Cottbus peitschte er als Organisator von Demonstrationen gegen die Corona-Beschränkungen mit dem Megaphon junge Neonazis auf. So gibt es Videos aus dem Dezember 2021, wo er mit der Parole „Deutsch und frei wollen wir sein!“ den Vorbrüller für Rotten vermummter Nazis macht.
Generation Nazi
Der neue AfD-Jugendverband soll vernetzen: vom konservativen Lager bis ins rechtsextreme Schlägermilieu. Dies spiegelt sich in den Einladungen zum Gründungskongress der „Generation Deutschland“ in Gießen wider. Insgesamt 26 Organisationen, Medien, Vereine und Influencer wurden offiziell angeschrieben und können sich im Foyer der Veranstaltung mit Infoständen präsentieren.
Auf der Einladungsliste stehen unter anderem die Zeitschrift „Sezession“ von Götz Kubitschek, dem Höcke-Vertrauten und Chefideologen der faschistischen Rechten. Daneben der „Jungeuropa-Verlag“ von Philip Stein, der dem rechtsextremistischen Verein „EinProzent“ und der Identitären Bewegung nahesteht. Die Identitären produzieren die rassistische Ideologie, die den militanten Kampf für die „weiße Rasse“ auf der Straße rechtfertigt.
Widerstand ist jetzt
In „Generation Deutschland“ sammeln sich Nachwuchsnazis, die mit schneidigem Auftritt und rassistischen Parolen unter Azubis, in Schulen und Universitäten Anhänger für eine andere, faschistische Republik gewinnen wollen. Sie müssen um jeden Preis gestoppt werden.
Deshalb ruft ein breites Bündnis zu Protest und Blockade gegen den Neugründungskongress der AfD-Jugend in Gießen am 29. November auf, der dort in den sogenannten „Hessenhallen“ stattfinden soll. Dieser Veranstaltungsort wird von einer privaten und obskuren „Messe Gießen GmbH“ betrieben.
Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hat für den frühen Morgen des 29. November in unmittelbarer Nähe zu den Hessenhallen eine Gegendemonstration angemeldet. Das Bündnis „Widersetzen“ plant Blockadeaktionen. Die Revolutionäre Linke ruft alle auf, sich daran zu beteiligen.
Du hast Interesse, mit uns den Widerstand gegen die Nachwuchsfaschisten in Gießen zu unterstützen? Dann schreib uns: redaktion@revolinks.de .
Schlagwörter: AfD, Antifaschismus
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