Diese Woche laufen in ganz Deutschland Warnstreiks im öffentlichen Dienst, um die Forderungen der Gewerkschaften in der aktuellen Tarifrunde der Länder durchzusetzen. GEW und Verdi fordern 7 Prozent mehr Lohn, mindestens aber 300 Euro. Die Wut steigt: Wochen nach Beginn der Verhandlungen haben die Arbeitgeber noch nicht einmal ein Angebot vorgelegt.
Die Revolutionäre Linke war heute am Streikposten am Universitätsklinikum in Münster beteiligt. Unser Korrespondent Timo König hat Streikende nach ihrer Meinung gefragt.
RevoLinks: Was ist deine Ansage an die Arbeitgeber nach der neuen Verhandlungsrunde?
Susanne: Sieben Prozent, mindestens 300 Euro auf dem Lohnzettel!
Rahel: Wir wollen endlich ernst genommen werden. Die Berufe hier an den Unikliniken sind superwichtig für die Gesellschaft. Die Arbeitgeber sollen ab jetzt endlich vernünftig mit uns verhandeln.
Gerti: Angleichung an den TVÖD! Wir machen die gleiche Arbeit, wir liefern die gleiche Qualität, also wollen wir Gleichberechtigung.
[Anm. der Red.: Die öffentlichen Arbeitgeber haben den Tarifvertrag der Beschäftigten der Länder in den TV-L ausgegliedert, um sie so gegenüber den Angestellten beim Bund und Kommunen, die nach TVÖD bezahlt werden, zu benachteiligen.]
RevoLinks: Warum dürfen es nicht weniger als 7 Prozent werden?
Rahel: Der Beruf muss seinen Wert behalten. Wir wollen nicht, dass noch mehr Kolleginnen kündigen.
Susanne: Wir müssen bedenken, dass die Inflation um einiges höher liegt als immer vorgerechnet wird. Wenn man sich überlegt, wie seit Corona von Jahr zu Jahr die Preise gestiegen sind, ist es um einiges höher. Es ist wichtig, dass wir ohne Sorge unsere Miete und unser Essen bezahlen können. Und darüberhinaus nicht nur arbeiten, sondern auch leben können.

Streikposten in Münster – Pflegekäfte trotzen der Kälte
Gerti: Weil wir sonst immer weiter vom TVÖD wegkommen. Wir wollen dem TVÖD angeglichen werden.
RevoLinks: Was sagst Du denen, die wie Merz und Co. sagen, dass wir uns mehr Geld für euch nicht leisten können?
Rahel: Dann spart woanders! Spart an Kriegskosten. Warum habt ihr zum Beispiel für die Gaststätten die Steuern wieder gesenkt? Das Geld hätte da sein können, wenn es woanders eingespart worden wäre.
Susanne: Da kann ich nur sagen: Bedenkt, wer euch den Hintern abwischt und wer euch versorgt, wenn ihr im Krankenhaus liegt. Und wer euch nicht auf der Tasche liegt, und wer alltäglich Steuern zahlt.
Gerti: Guckt doch mal bei der Erbschaftssteuer, da ist noch einiges zu holen.
RevoLinks: Danke für eure Meinungen!
Schlagwörter: Streik, TV-L, Uniklinken
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